Feb 12

Juhu, eine Freistunde – das ist die Reaktion eines Schülers auf eine Unterrichtsstunde die ausfällt, weil der Lehrer krank ist und niemand da ist, um die Vertretungsstunde zu halten. Doch bei einer Freistunde bleibt es oft nicht. Unterrichtsausfälle haben bedenkliche Ausmaße angenommen. Von tausenden nicht stattfindenden Schulstunden spricht die Welt. Zu den Freistunden, die entstehen, weil ein Lehrer erkrankt ist oder sich Elternzeit nimmt, kommt der seit Jahren bestehende Mangel an Fachlehrern.\r\n\r\nBayern greift jetzt durch, um den Ausfall wertvoller Unterrichtszeit einzudämmen: Lehrer sollen verpflichtet werden, vormittags anwesend zu sein, unabhängig davon, ob sie unterrichten müssen oder nicht. Ob eine derartige Vertretungsstunde dann ein angemessener Ersatz ist, ist eine berechtigte Frage. Denn wenn ein anwesender Lehrer spontan einspringt, kann es sich um ein Fach handeln, in dem er eigentlich nicht unterrichtet. Außerdem ist er eventuell weder mit der Klasse und ihrer Dynamik, noch mit dem aktuellen Lernstoff vertraut. Vertretungsstunden haben eben auch ihre Tücken. Besonders bedenklich wird es, wenn eine Lehrkraft über einen längeren Zeitraum ohne gleichwertigen Ersatzunterricht fehlt. Dann leiden darunter auf lange Sicht die Schüler. Schnell wird aus der wochenlangen Lücke im Stundenplan eine Wissenslücke, die Schüler in darauf folgenden Schuljahren benachteiligt. Die ein oder andere Freistunde ist sicher ein Grund zur Freude, doch wenn das Lernen dabei auf der Strecke bleibt, ist das sicher nicht im Interesse der Schüler.


 

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