May 27

„Gegen ein gutes Netzwerk jedoch könne auch ein zähnefletschender Oberaffe nichts ausrichten“ wiederholt ein Spiegel Online Artikel die Worte des Wirtschaftspsychologen Dominic-Nicolas Gansen-Ammann, der sich statt menschlichen Gruppen tierische für seine Untersuchungen ausgesucht hat. Der Forscher interessiert sich für Hierarchien und Machtstrukturen am Arbeitsplatz, die er in Affengruppen untersucht. Aufgrund ihrer evolutionären Nähe zum Menschen hat Gansen-Ammann sich für Schimpansen und Bonobos als Studienteilnehmer entschieden. Was die beiden Arten unterscheidet? Schimpansen-Gruppen haben ein dominantes, männliches Alphatier. Bei Bonobos hingegen haben die Weibchen das Sagen, weshalb es dort statt Zähnefletschen und Gewalt vor allem um Team-Arbeit und Teilen geht. Forscher Dominic-Nicolas Gansen-Ammann überträgt seine Ergebnisse dann auf den menschlichen Berufsalltag und seine Hierarchien und erhofft sich neue Strategien, die sich von der Tierwelt übernehmen lassen. Beim Vergleich der aggressiveren Schimpansen mit den kooperierenden Bonobos fällt der Forscher dabei ein sehr klares Urteil: Am besten hält man es wie die Bonobos. Denn ein Chef, und mag er ein noch so ein zähnefletschender Oberaffe sein, kann gegen ein geschlossenes Mitarbeiter-Team nicht viel ausrichten. Kooperation, Teilen und Team-Arbeit statt cholerische Alpha-Tiere sind für das Berufsleben auf jeden Fall die friedlichere Strategie. Eine spannende Forschungsarbeit also, bei der das Tier dem Menschen zum Lehrer wird.


 

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