Jul 03

Bessere Berufsaussichten und ein höheres Einkommen – das versprechen sich all die ehemaligen Schüler, die nach dem Abi an die Uni stürmen (vgl. hier). Seit einem Jahrzehnt ist die Anzahl derer, die den akademischen Weg einer Ausbildung vorziehen, ähnlich hoch. Mindestens drei Viertel der Abiturienten ziehen nämlich von der Schulbank direkt weiter an die Universität. Für viele endet die akademische Laufbahn auch nicht mit dem ersten Abschluss. Beinahe die Hälfte plant bereits den Master oder ein weiterführendes Studium. Für Unis bedeutet das langfristig, dass sie ihre Studienplätze bei so einem Andrang entweder ausbauen oder mit Numerus Clausus strikter beschränken müssen. Seit Jahren führt diese Entwicklung „zur Uni statt zur Ausbildung“ zu Beschwerden und Befürchtungen, dass es in der Wirtschaft irgendwann nur noch überqualifizierte Akademiker gibt und viele Handwerksberufe unter dem Nachwuchsmangel leiden oder sogar auszusterben drohen. Interessanterweise sind es die Mädchen, die sich mit 27% häufiger als die Jungen mit 20% für einen Ausbildungsplatz entscheiden. Langfristig betrachtet bleibt es wohl abzuwarten, welche Effekte auf die Wirtschaft, die Universitäten und die Arbeitswelt der Trend ‚alle an die Uni‘ wohl haben mag. Wenn jeder hoch qualifiziert ist, wird es zumindest nicht mehr der Universitätsabschluss sein, der bei einer Bewerbung den entscheidenden Unterschied ausmacht.


 

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